Von links nach rechts: Andreas Wellbrock, Thomas Pontow, Heike Winkler, Markus Lesser, Peter Jefimiec, Ana Belle Becké, Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff.

Positive Signale vom 10. Presseklub-Windgipfel an die Windbranche

Im März soll in Berlin über die Offshore-Wind-Sonderausschreibungen verhandelt werden

„Die Region Bremerhaven– Cuxhaven ist ein einmaliges Cluster, heute war ein klarer Schulterschluss zu spüren“, fasst Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und Mitglied des Deutschen Bundestages, den 10. Windgipfel des Presseklubs Bremerhaven-Unterweser e.V. zusammen. Etwa 85 Teilnehmer kamen in den Cuxhavener Hapag-Hallen  zusammen. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch eröffnete den traditionellen Windgipfel, der durch die Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven und die BIS Bremerhaven unterstützt wurde.

In den Bundesländern Bremen und Niedersachsen sind nach offiziellen Angaben fast 42.000 ArbeitnehmerInnen in Industriezweig Wind beschäftigt. Dass diese Zahl rückläufig ist, wurde bereits beim 9. Windgipfel in der Hochschule Bremerhaven diskutiert, stieg Frauke Koch, Geschäftsführerin des Presseklubs, in das Thema ein. In zwei Podiumsrunden diskutierten anschließend Windwirtschaftsvertreter, Politik und Presse zu den aktuellen Entwicklungen der Windindustrie in Cuxhaven und Bremerhaven.

Moderiert wurde die Veranstaltung von den Vorstandsmitgliedern Ana Belle Becké und Heike Winkler. Es herrschte große Einigkeit auf dem Podium, dass für die Windindustrie in Bremerhaven und Cuxhaven dringend politischer Handlungsbedarf besteht.

Auf dem Podium waren in der ersten Runde Andreas Wellbrock, Geschäftsführer des Windverbands WAB e.V., Peter Jefimiec, Unternehmenskommunikation Siemens Gamesa Deutschland, Thomas Pontow, Geschäftsführer b.offshore GmbH, Markus Lesser, Vorstandsvorsitzender PNE AG und Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff, Rektor der Hochschule Bremerhaven, vertreten. Peter Jefimiec beschrieb u.a. die Zusammenarbeit mit in Cuxhaven ansässigen Unternehmen, wie beispielsweise Nordmark, und unterstrich die Bedeutung der Forschungs- und Bildungslandschaft für Siemens Gamesa in Bremerhaven. „Es sind insbesondere die Wissensträger aus dieser spezialisierten Region mit ihrem persönlichen Erfahrungshintergrund aus den Anfängen der Offshore-Industrie in Bremerhaven, die heute einen Wettbewerbsvorteil für die Region darstellen“, erklärte Thomas Pontow, Geschäftsführer der b.offshore GmbH. Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff, Rektor der Hochschule Bremerhaven, zeigte auf, wie eng Wissenschaft und Wirtschaft in Bremerhaven und der Region insgesamt vernetzt sind. Bestes Beispiel dafür ist der neu gegründete Offshore-Wind MBA der Hochschule, so Prof. Ritzenhoff.

Von links nach rechts: Doreen Arnold, Dr. Ulrich Getsch, Ana Belle Becké, Enak Ferlemann, Jörg Schulz, Heike Winkler, Christian Brans-Schreckeneder, Nils Schnorrenberger.

Energiesammelgesetz ohne Offshore

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde es dann noch politischer: Kürzlich wurde in Berlin das neue Energiesammelgesetz beschlossen, in dem die Offshore-Windenergie nicht mit einem Sonderbeitrag bedacht wurde. „Der Ausbau-Deckel für die Offshore-Windenergie muss weg“, sagte Doreen Arnold von der IG Metall Weser-Elbe zum Auftakt der 2. Podiumsrunde und bekräftigte damit die Aussagen der ersten Podiumsrunde. Auch hier gab es einem breiten Konsens darüber, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 20 GW in Nord- und Ostsee benötigt werden und die Sonderausschreibungen für die Offshore-Windkraft auf den Weg gebracht werden müssen.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und Mitglied des Deutschen Bundestages, verriet beim Windgipfel, dass bereits im März in Berlin über die kommenden Sonderausschreibungen für die Offshore-Windkraft verhandelt werden soll.

Ebenso auf dem Podium vertreten waren Jörg Schulz, Bremer Staatsrat und früherer Oberbürgermeister Bremerhavens, Cuxhavens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch, Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BIS, Bremerhavens Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung und Christian Brans-Schreckeneder, Korrespondent, Reporter und Redakteur bei Radio Bremen.

Dass der Schulterschluss auch gelebt wird, zeigte die abschließende Diskussion um ein Testfeld in der Region: Nils Schnorrenberger gab in seinem Wortbeitrag den wichtigen Hinweis, dass es zwischen Bremerhaven und Cuxhaven ein Testfeld für Offshore-Windkraftanlagen brauche. Während der Publikumsfragen gab es hierzu postwendend ein direktes Gesprächsangebot seitens eines Landkreisvertreters Cuxhavens. Nils Schnorrenberger betonte, dass ein Testfeld dazu beitragen würde, die Technologieführerschaft in der Region zu halten. Hier zeigte sich somit einmal mehr, dass ein Schulterschluss Cuxhaven-Bremerhaven nicht nur spürbar ist, sondern auch eine wertvolle Bereicherung für beide Seiten darstellt. Arbeitsplätze im Zusammenhang mit der Windindustrie, die in Cuxhaven entstehen, seien auch ein Gewinn für Bremerhavener und umgekehrt, machte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch in seinem Beitrag an diesem gelungenen Abend deutlich.

Text: Heike Winkler & Ana Belle Becké